Hong Kong / Macau

Hong Kong - Es kam alles anders....

HongKong Skyline

05.10.2008
...als erwartet! Zwinkernd Um 17:11 ging unser Zug vom Siegburger Bahnhof nach Frankfurt. Nach der Verabschiedung von unseren Müttern, die es mit uns zum Bahnhof geschafft hatten, setzte sich der ICE pünktlich in Bewegung. Nach knapp 50 Minuten haben wir dann auch pünktlich den Frankfurter Flughafen erreicht. Alles lief super und nach dem wir eingecheckt hatten, hatten wir auch noch viel Zeit um über unser Terminal zu schlendern.

Am Gate haben wir dann festgestellt, dass unsere Maschine nach London ein reiner Businessflight war und wir mit unseren Rucksäcken schon ein wenig aus der Reihe tanzten zwischen all den „black suited businessmen". Allerdings gab es auch bis jetzt noch nichts zu befürchten und wir warteten gemütlich aufs Boarding.

Boardingtime war 19:45 Uhr, jedoch regte sich um diese Zeit noch nichts an den Schaltern. Dann kam eine Durchsage, die uns darüber aufklärte, dass der Flieger aufgrund von schlechtem Wetter verspätet aus London eintreffen würde und sich unsere Weiterreise um ungefähr 30 Minuten verzögern würde. Alles klar, also noch kein Grund zur Panik! ;-) Laut Flugplan ging unser Anschlussflug nach Hongkong um 22:15 Uhr englischer Zeit und wir hatten immer noch genug Zeit.

Aus den 30 Minuten wurden dann allerdings doch noch ein paar mehr und unser Blick auf die Uhr, während wir in der Luft waren, wurde immer häufiger und nervöser. Wir landeten schließlich um punkt 22 Uhr in London und hätten, wenn alles glatt gelaufen wäre, mit viel Glück unseren Flieger nach Hongkong bekommen. Aber dem war nicht so. Anstatt aus dem Flieger zu stürzen und den Schildern „Flight Connections" zu folgen, kam eine Durchsage unseres Piloten, dass die Gangway nicht funktionieren würde und wir mit Bussen zum Terminal gebracht werden würden. Schön und gut. Allerdings dauerte es ungelogen eine halbe Stunde bis es das Londoner Flughafenpersonal dann endlich geschafft hatte, uns eine Treppe zur Verfügung zu stellen. Um 22:30 Uhr war es dann soweit und uns war schon ziemlich klar, dass das mit unserem Anschlussflug nach Hongkong nichts mehr werden würde. Trotzdem eilten wir los. Auf halbem Wege wurden wir von British Airways Personal aufgehalten und man informierte uns, dass die Maschine nach Hongkong bereits ohne uns gestartet war.

Da war es also passiert, wir haben auf unserer Reise den mehr oder weniger ersten Flieger verpasst! Zum Glück ohne unser Verschulden! Zwinkernd

Eigentlich ging dann alles trotzdem sehr erfreulich über die Bühne. Man buchte uns auf eine andere Maschine am nächsten Tag um 12 Uhr Mittags und brachte uns in einem Hotel am Flughafen unter. Einziger Nachteil bis dahin war, dass wir eine nicht eingeplante Nacht, ohne Gepäck in London verbringen mussten. Unser Gepäck übernachtete am Flughafen und wir machten uns mit einem Travelkit zu unserem Hotel auf. So kam es, dass unsere erste Reisebekanntschaft keine anderen Backpacker, sondern ein australisches Rentnerehepaar war, das auch aufgrund eines verpassten Fliegers die Nacht im Hotel verbringen musste.

Am nächsten Morgen ging's dann also weiter. Gegen 10 Uhr checkten wir erneut ein und man versicherte uns, dass mit unserem Gepäck alles in Ordnung sei. Unser Flieger startete schließlich mit über einer Stunde Verspätung, was uns diesmal aber eigentlich nicht weiter störte, da wir sowieso lang genug unterwegs waren und wir ja diesmal keinen Anschlussflug verpassen konnten.

Nach 12 Stunden Flug und 6 Stunden Zeitverschiebung sind wir dann am Freitag, den 03.10., morgens um 8 Uhr (Ortszeit) in Hongkong gelandet. Jetzt konnte es endlich losgehen! Na ja, fast! Wenn da nicht das blöde Problem gewesen wäre, dass unser Gepäck die Umbuchung nicht mitbekommen hatte und somit auch nicht mit uns nach Hongkong geflogen war! Zwinkernd

Na ja, so mussten wir wenigstens unser Gepäck nicht selber bis zum Hotel schleppen. Zwinkernd

Als wir dann vormittags im Hotel ankamen, konnten wir unser Zimmer noch nicht beziehen, obwohl es ja eigentlich für die Nacht vorher schon gebucht war. Gut, so ging es halt in den durch geschwitzten Klamotten, die wir jetzt den dritten Tag trugen, direkt auf Stadterkundungstour. Unser Weg führte uns durch einen Park, zu einem Tempel und letztendlich zum Hafen, von dem wir die atemberaubende Skyline Hongkongs bestaunen konnten. In diesem Moment, in dem wir die, in sämtlichen Farben erleuchteten, riesigen Skyscraper, die sich im Wasser spiegelten, gesehen hatten, waren wir in der faszinierenden Metropole Hong Kongs angekommen.

Erst abends nach einer wohltuenden Dusche bemerkten wir wieder unser fehlendes Gepäck: Keine Zahnpasta, keine Bürste, keine Kontaktlinsenreinigung, kein Deo, kein Schlafanzug und nur die schon viel zu lange getragenen Klamotten für den nächsten Tag in Aussicht! Lächelnd

Auch am Morgen des nächsten Tages war der Status unseres Gepäckes „still not found" und so führte uns unser erster Weg an diesem Tag in ein Einkaufszentrum: H&M, Esprit und Nike halfen uns den 4ten Tag unserer Reise angemessen zu überstehen.

Nun haben wir den 5.Oktober und heute Morgen kam die rettende Nachricht, dass unser Gepäck endlich am Hong Kong Flughafen eingetroffen ist!

Mit einiger Verzögerung kann der Spaß nun richtig losgehen...ab jetzt werden wir bei jedem Flug Ersatzklamotten und die nötigsten Utensilien im Handgepäck mit uns führen. Zwinkernd

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Hong Kong - Bleibende Eindrücke

Anke und Can

09.10.2008

Trotz unserer kleinen Anfangsprobleme haben wir es uns nicht nehmen lassen Hong Kong in seiner ganzen Fülle und Pracht zu genießen und zu erleben.

Vorab kann man sagen, dass diese Metropole absolut faszinierend und spektakulär ist und einen, in sehr vielen Bereichen, bleibenden Eindruck bei uns beiden hinterlassen hat.

Hong Kong ist auf der einen Seite genauso wie man es sich vorstellt: groß, laut, voll und hektisch. Eine Stadt, in der sehr viele Menschen auf geringer Fläche leben und ihrem Alltag nachgehen. Trotz dieser Tatsachen haben wir Hong Kong und ganz besonders seine Bewohner ins Herz geschlossen. Bis jetzt haben wir beide in unserem Leben noch nicht viel Kontakt zur chinesischen Bevölkerung gehabt und wenn man mal ehrlich ist, hat man auch nicht unbedingt das beste Bild von Chinesen zu Hause. Das hat sich in der kurzen Zeit, die wir hier verbracht haben, definitiv geändert! Chinesen, also zumindest Hong Kong Chinesen, sind die mit am freundlichsten und aufmerksamsten Menschen die uns bis jetzt begegnet sind. Klar, es gibt immer Ausnahmen und auch hier haben uns viele nur komisch angeschaut bzw. einfach ignoriert, aber die wenigen tollen Erfahrungen die wir gemacht haben, haben gereicht. Hier zwei Beispiele:

Beispiel 1: „exact fare"
Wir wollten mit dem Bus von unserem Hotel ins Zentrum fahren. Da dies an unserem ersten Tag war, wussten wir nicht so richtig bescheid und sahen wahrscheinlich auch ein bisschen hilflos aus (was wir aber nicht waren). ;-) Auf jeden Fall haben uns mehrere Personen von sich aus angesprochen und gefragt, ob wir klar kämen bzw. wir irgendwie Hilfe bräuchten. Wir lehnten meistens freundlich ab, da wir dann doch eher hilfloser Aussahen als wir letztendlich waren. ;-)
Um mit dem Bus zu fahren braucht man in Hong Kong den genauen Betrag in Münzen und wir hatten nur Scheine dabei. Als uns jemand sah, wie wir verzweifelt wieder aus dem Bus ausstiegen, da der Busfahrer nicht wechseln konnte, wurden wir erneut angesprochen, ob wir wissen wüssten wo wir sind und wie wir wohin kämen. Als wir dem netten Herrn klar gemacht hatten, dass wir nur kein Kleingeld für den Bus hatten, fiel diesem nichts anderes ein als zu seinem, bestimmt einen halben Kilometer entfernt geparkten, Auto zu laufen und uns die entsprechenden Münzen zu holen. Wir sollten lediglich kurz warten, er würde gleich wieder kommen. Nach wenigen Minuten kam er mit den Münzen zurück und verabschiedete sich einfach nur mit einem „enjoy your stay"!

Beispiel 2: „wanna newspaper?"
Am Fährterminal saß uns ein Chinese gegenüber und las Zeitung. Auf der uns zugewendeten Seite der Zeitung war eine „Deutsche Bank Werbung" abgebildet und wir versuchten unauffällig zu lesen, was die Deutsche Bank in einer Chinesischen Zeitung bewirbt. Eigentlich waren wir uns sicher, dass wir  nicht bemerkt worden sind, was wohl allerdings eine falsche Annahme war. Eine halbe Stunde später auf der Fähre nach Macau kam dieser Chinese mit seiner Zeitung auf uns zu und fragte uns, ob wir die Zeitung lesen möchten. Wir hatten die Situation schon völlig vergessen und den netten Herrn völlig aus den Augen verloren. Dieser hatte aber anscheinend genau gemerkt, dass wir uns für seine Zeitung interessiert haben und hat uns extra wieder aufgesucht. Wir waren so verblüfft, dass wir nur dankend verneint haben und er wieder verschwand.

Dies waren nur zwei von ganz vielen tollen Erfahrungen, die wir in kurzer Zeit in Hong Kong gemacht haben. Entscheidend dafür ist natürlich, dass viele der Chinesen in Hong Kong gut Englisch sprechen und dadurch auch offener gegenüber westlichen Menschen sind. Dazu kommt noch, dass diese Stadt eine Stadt der Superlative ist. Neben den ganzen Skyscrapern (eine tolle Skyline), den Parks, dem öffentlichen Verkehrssystem und vielem mehr lässt es sich hier wunderbar aushalten.

Das Wetter ist am Anfang gewöhnungsbedürftig und einen blauen Himmel haben wir nur einmal wenige Stunden zu Gesicht bekommen. Doch dies hat unseren Eindruck von dieser Stadt nicht negativ beeinflussen können! ;-)

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Macau - Kontraste

Im Moment geht es Schlag auf Schlag und die Zeit rast nur so dahin. Mittlerweile haben wir auch Macau unsicher gemacht.

Was soll man zu Macau sagen? Wir würden sagen „gewöhnungsbedürftig"! Mit der Schnellfähre sind die 60 Kilometer zwischen Hong Kong und Macau innerhalb einer Stunde überbrückt und man könnte denken, dass diese beiden Städte, zum einen aufgrund der Nähe zueinander und zum anderen durch den Umstand, dass beide Sonderverwaltungszonen Chinas mit kolonialem Ursprungs sind, sich irgendwo ähneln könnten. Allerdings denkt man damit sehr falsch.

Macau hat sich im Gegensatz zu Hong Kong eher klein, gemütlich und mit starkem portugiesischem Einfluss entwickelt. Erst in den letzten Jahren holt Macau auf Hong Kong auf und ein Wolkenkratzer nach dem anderen schießt aus dem Boden. Dafür sind Casinolizenzen in ganz großem Stil verantwortlich, denn in Macau entsteht das Las Vegas Asiens. Schon jetzt werden durch die Glücksspiele mehr Einnahmen erzielt als in der amerikanischen Wüstenstadt - Tendenz steigend.

Durch diesen Umstand haben wir Macau mit gemischten Gefühlen erlebt und hatten Schwierigkeiten die Kontraste zwischen alten Kulturträchtigen Gebäuden (25 davon gehören zum UNESCO-Welterbe) und den neuen pompösen Casinos/Hotels richtig einzuordnen. Die Unterschiede zwischen arm und reich bzw. neu und alt sind dadurch sehr enorm. Langfristig könnte sich dieses neue Konzept allerdings positiv auswirken, da hier gerade bestimmt täglich neue Arbeitsplätze entstehen.

Das krasseste Beispiel ist das „Venetian", das 2007 eröffnete und derzeit mit über 800 Spieltischen und anderen Geräten das größte Casino der Welt ist. Der gesamte Komplex, der auch ein Hotel mit über 2800 Suiten umfasst, ist im Stile Venedigs erbaut. So kann man hier über die Rialtobrücke schlendern und eine Gondelfahrt durch die Grachten eines riesigen klimatisierten Luxuseinkaufszentrums machen.

Von dieser doch eher verwirrenden Pseudowelt geht es für uns weiter ins thailändische Bangkok, wo uns wieder ganz andere Eindrücke erwarten werden, auch wenn die eine Nacht dort nur ein Zwischenstopp auf unserm Weg nach Laos sein wird. Mal sehen, was für Eindrücke uns dort erwarten... Lächelnd

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