USA - Arizona

Grand Canyon National Park

12.05.2009  21:42:51

 

Nach unserem kurzen Aufenthalt im Spielerparadies ging es weiter in den nächsten Nationalpark. Diesmal stand der Grand Canyon auf unserem Programm. Auf dem Weg dorthin überquerten wir unsere zweite Staatsgrenze.

 

Die Grenze zwischen Nevada und Arizona bildet der bekannte Hoover Dam, der den Colorado River zum größten Stausee der Vereinigten Staaten staut. Die Fahrt über die Staumauer ist eine absolute Touristenattraktion, wobei der Zauber dieses Gebildes irgendwie an uns vorbei gegangen ist!

 

Bei unserer Ankunft an der fast 450km langen Schlucht war das Wetter leider mal wieder nicht auf unserer Seite. Nachdem wir unser Zelt auf dem Campingplatz aufgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Canyonrand um einen ersten Blick in die Schlucht zu werfen. Leider war es sehr grau und diesig, so dass der faszinierende Canyon auf uns noch nicht ganz so faszinierend wirkte. Nach einem Besuch im Visitorcenter, wo auch die Wettervorhersagen für die nächsten Tage ausgestellt waren, wurde uns schnell klar, wie wir unsere Zeit in diesem Park zu verbringen haben. Wir müssen in den 1500m tiefen Canyon, hinunter zum Colorado River, wandern um einen Gesamteindruck von diesem riesigen Naturwunder zu erlangen.

Somit besorgten wir uns direkt am nächsten Morgen eine „Permit" um eine Nacht im Canyon übernachten zu dürfen. Da wir für denselben Tag keine Erlaubnis mehr bekommen haben, verbrachten wir unsere Zeit damit sämtliche Aussichtspunkte des „Südrims" abzufahren und den Canyon aus so vielen verschiedenen Perspektiven wie möglich zu betrachten.

Am nächsten Morgen klingelte dann um 6:00 Uhr der Wecker. Nachdem unsere Rucksäcke gepackt waren, brachte uns ein Shuttlebus zum Beginn des South Kaibab Trails, den wir uns für unseren Abstieg ausgesucht hatten. In 11km Länge lagen 1500m Höhenunterschied vor uns. Mit jeder Stunde wandern wurde das Wetter klarer und der Abstieg wurde unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein zu einem 5stündigen Fotoshooting. :)

 

Unten angekommen kühlten wir als erstes unsere Füße im Fluss und genossen das Gefühl in eine kleine Oase hinab gestiegen zu sein. Wir relaxten an einem kleinen Beach mit Blick auf den Colorado River und tankten Energie für den bevorstehenden Aufstieg am nächsten Morgen.

Um 5:30 Uhr am nächsten Morgen krabbelte Anke mit unglaublichem Wadenmuskelkater aus dem Zelt und freute sich auf den 15,5km langen Aufstieg entlang des Bright Angel Trails. Zum Glück werden andere Muskelpartien für den Aufstieg beansprucht als für den Abstieg. ;) Nicht lange nach Sonnenaufgang machten wir uns also auf, da es ein heißer Tag werden sollte und wir die Mittagshitze umgehen wollten. Gegen 9 Uhr hatten wir bereits die Hälfte des Weges hinter uns gebracht, allerdings noch nicht mal 500 Höhenmeter bewältigt. Auch auf dem weiteren Weg ging es zwar kontinuierlich weiter hoch, aber der härteste Part sollte auf den letzten 5 Kilometern auf uns warten, in denen wir dann knapp 750 Höhenmeter zu bewältigen hatten. Ausgelaugt kamen wir gegen 13 Uhr am Südrand des Grand Canyons an und waren wieder mal froh (und auch ein bisschen stolz) alles so gut und heil hinter uns gebracht zu haben. Die atemberaubenden Ausblicke und spektakulären Trails ließen die harte Arbeit schnell vergessen und Anke nahm ihren tagelang anhaltenden Muskelkater gerne in Kauf. Den Nachmittag verbrachten wir faulenzend auf unserer Campsite und abends fielen wir früh in einen komaartigen Tiefschlaf, bevor es am nächsten Morgen Richtung San Diego ging.

 

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