Guatemala II

Antigua - Pana - Chichi - San Pedro - City - Rio Dulce

20.06.2009  18:51:02

Unseren letzten Tag in Antigua haben wir damit verbracht den aktiven „Volcano Pacaya" zu besteigen. Diese Wanderung zeichnete sich dadurch aus, dass wir der Lavaquelle so nah wie nur möglich kamen. Es ist davon auszugehen, dass in jedem etwas weiter fortgeschrittenen Land, diese Tour unmöglich wäre und der Vulkan, für jegliche Personen, mehrere Kilometer um die Lavaquelle gesperrt wäre. Aber zum Glück gibt es ja noch diese bezaubernden, etwas zurück gebliebenen Gegenden auf unserem Planeten, die es uns ermöglichen Sachen zu machen, die weit weg von Sicherheit und Regeln liegen. ;-)Ein Tourbus brachte uns zum eine Stunde entfernten Ausgangspunkt unserer Wanderung. Mit Tourguide (immerhin! ;-)) ging's dann rauf auf den Berg. Die aktuelle Lavaquelle liegt nicht auf dem Gipfel, so dass wir einen moderaten Aufstieg vor uns hatten. Als wir uns unserem Ziel näherten waren wir uns dann auch nicht mehr so sicher, was wir hier eigentlich taten. Es wurde immer wärmer und irgendwann liefen wir nur noch auf Gesteinsformationen, durch die man im Boden mehr als kochendheiße Lava sehen konnte. Unser Tourguide lief vorne sicher voraus und uns blieb nichts anderes übrig als stehen zu bleiben oder ihm blind zu vertrauen. ;-) Natürlich vertrauten wir ihm und kraxelten weiter bis wir zur eigentlichen Attraktion kamen: Eine Lavaquelle! Langsam und in einer Seelenruhe entspringt hier die Lava aus den untiefen des Vulkans und bahnt sich ihren Weg ins Tal. Auch wenn man sich unter einem aktiven Vulkan etwas anders vorstellt, war diese Erfahrung sehr beeindruckend und die Risiken auf jeden Fall wert! ;-)

Am nächsten Morgen brachte uns ein „Mini-Shuttle-Bus" auf direktem Wege an den „Lago de Atitlan", genauer genommen in den Ort „Panajachel". Panajachel ist ein kleiner, netter Ort, der durch seine Lage am See einige Touristen anzieht, aber eigentlich nicht viel zu bieten hat. Deswegen haben wir uns auch entschlossen am nächsten Morgen einen Tagesausflug nach „Chichicastenago" zu machen. Es war ein Sonntag und sonntags ist in „Chichi" Markttag. Es heißt, wenn man es nach Chichi schafft, dann sollte man an einem Markttag dort vorbeischauen, da dies das absolute Highlight des kleinen Bergdorfes, eine Stunde nördlich vom Lago den Atitlan, ist. Das ganze Zentrum der Stadt verwandelt sich dann in ein Labyrinth von kleinen, bunten Ständen und die Straßen sind voll von Menschen. Obwohl unsere Backpacks bis obenhin voll sind und eigentlich auch viel zu schwer, konnten wir es nicht lassen uns mit ein paar Erinnerungsstücken auszustatten.

Von Panajachel ging's dann am nächsten Morgen über den See nach San Pedro, einem weiteren Ort direkt am Lago de Atitlan. San Pedro liegt etwas ab vom Schuss und ist deswegen dafür bekannt ein wenig ruhiger und langsamer zu sein als andere Orte in Guatemala. Außer der „Burrito-Factory" und den NBA-Finals im Restaurant „La Playa" gibt es auch nicht wirklich was zu erzählen über San Pedro. Einzig Erwähnenswertes ist noch, dass unsere Idee einen Segeltrip durchs karibische Meer zu machen, in San Pedro beschlossen und in die Tat umgesetzt wurde. Nach etlichen E-Mails und einer Banküberweisung in einer lokalen Bankfiliale stand für uns fest, dass wir bis Ende der Woche in Rio Dulce sein mussten, wo die „Las Sirenas" jeden Freitag ablegt.
Nach zwei Nächten in San Pedro führte uns unser Weg direkt in die Hauptstadt, die wie so oft hier in der Gegend genauso heißt wie das Land selber. Guatemala City hat einen relativ schlechten Ruf und viele Reden von der Kriminalität und dem Schmutz und vermeiden so gar einen Aufenthalt in der Stadt. Wir mussten nach Guatemala City, da wir immer noch dieses Flugticket hatten, das unsere Ausreise aus Belize bestätigte und weil es weit und breit kein anderes Taca-Büro gab.
Nachdem uns ein weiteres Minibusshuttle in die Hauptstadt gebracht hatte und wir uns in der günstigsten Unterkunft der Stadt einquartiert hatten, machten wir uns auf den Weg ins Taca-Office. Da wir uns ganz im Norden der Stadt befanden und das Büro ganz im Süden der Stadt am Flughafen lag, entschlossen wir uns einen ca. 4km langen Spaziergang quer durch die Stadt zu machen und mit dem Bus wieder zurück zu fahren. Allerdings konnten wir von den ganzen Vorurteilen dieser Stadt kein einziges bestätigen und nachdem wir unser Ticket erfolgreich zurückgeben hatten, waren wir in so guter Laune, dass wir die gesamten 4km auch wieder zurück marschierten. Unser Eindruck: Kaum Dreck und nur nette Menschen!!!
Am nächsten Tag mussten wir dann weiter, auch wenn wir es noch länger ausgehalten hätten, aber schließlich wartete unser Boot in Rio Dulce. Diesmal brachten wir die 275km bis nach Rio Dulce am Lago de Izabal mit einem Reisebus hinter uns.

Nach einer weiteren Nacht war es dann so weit und wir bestiegen die „Las Sirenas", einen 12m langen Katamaran. Um 14 Uhr wurde der Anker an Bord geholt und wir segelten über den „Rio Dulce" in Richtung Karibisches Meer. Die erste Nacht verbrachten wir  noch auf dem Rio Dulce, bevor wir am nächsten Morgen nach „Livingston" aufbrachen, einem kleinen Ort an der Mündung des Rio Dulce ins Meer. Nach einer einstündigen Stadtbesichtigung, wurden die Segel erneut gehisst und unser Ziel war das offene Meer. Am Abend erreichten wir eine Ansammlung von kleinen Inseln, wo wir die nächsten zwei Nächte ankerten. Unser Hauptbeschäftigungen waren Schnorcheln, auf Surfbrettern paddeln, Karten spielen, Essen, Lesen und in der Sonne aalen. Nach der zweiten Nacht segelten wir noch ein bisschen weiter und befanden uns bald in einem türkisblauen Korallenriff, wo wir weitere zwei Nächte verbrachten. Die Hauptbeschäftigungen waren die gleichen wie oben schon genannt, nur das Ergebnis war eindeutig besser. Nachdem wir nach den ersten Schnorchelausflügen noch ein wenig enttäuscht waren, konnten wir uns diesmal vor Ereignissen nicht retten: Delfine, Haie, Rochen, Riesenbarrakuda und tausende weitere Fische!!!Das allergrößte Highlight auf diesem Trip war allerdings kein Lebewesen aus dem Meer, sondern unser Koch. Natürlich gab's hauptsächlich frisch gefangenes aus dem Meer, was so viel bedeutete wie eine Woche „Seafood". Doch die Art und Weise wie uns die Leckereien serviert wurden, machte die etwas einseitige Mahlzeit zu einem Genuss und wir konnten nicht genug kriegen. Wer kann schon behaupten in einer Woche 5x Hummer gegessen zu haben! ;-)
Nach der fünften Nacht segelten wir wieder zurück nach Livingston bzw. Rio Dulce, wo wir noch eine Nacht an Bord verbrachten, bevor es für uns hieß Abschied zu nehmen.

Mittlerweile sind wir in Honduras eingereist und befinden uns im Ort Tela an der Karibikküste.

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